Die Ausstellung im Rohbau

Die Ausstellung im Rohbau

Die erste Ausstellung des Projekts ist vorbei. Sie dauerte ziemlich genau acht Stunden. Ein großer Teil der 30.000 Besucher der Schlossbaustelle haben sie gesehen. Großen Dank an alle die mir geholfen haben! Und an alle die gekommen sind!

Ton und Gips

Ton und Gips

Modellier-Arbeiten 2012-2014. Dieser erste Teil der Fotoserie vermittelt einen Eindruck von den Arbeiten in der Steinbildhauerwerkstatt von Andreas Hoferick in Berlin-Weissensee. Hier wurden innerhalb von anderthalb Jahren alle Modelle bis zum 1:1-Gipsmodell geschaffen.

Eine Form wandert von Modell zu Modell

Eine Form wandert von Modell zu Modell

Die vier Fotos zeigen das Wappen im 1:10-Gipsmodell, im 1:3-Tonmodell, im 1:3-Gipsmodell und schließlich das Gipsmodell in Originalgröße mit Fugenschnitten.

Der Fassade Flügel verleihen

Wie Steinbildhauer eine Wappenkartusche für das Berliner Schloss rekonstruieren
Ein Dokumentationsprojekt von Rolf Schulten (Fotos) und Cornelia Gerlach (Text)

Eines Tages werden die Leute den Kopf in den Nacken legen, nach oben blicken und sagen: Oh, wie schön! Denn hoch über ihnen wird die Fassade des Berliner Schlosses in ihrer ganzen barocken Pracht strahlen. Jedes einzelne Stück dafür wird derzeit neu in Sandstein gehauen.

Wir – der Fotograf Rolf Schulten und die Journalistin Cornelia Gerlach – dokumentieren die Arbeiten an einem der schönsten Schmuckstücke des Schlosses. Wir zeigen, wie die Wappenkartusche für die Lustgartenfassade entsteht. Sie verbindet den von Andreas Schlüter gestalteten Teil des Schlosses mit der Architektur von Johann Friedrich Eosander von Göthe.

Posaunen blasende Genien heben das bekrönte Wappen des Bauherrn Fridericus Rex an den Sims in luftiger Höhe. Girlanden, Voluten, eine Muschel und eine Minerva rahmen es ein, und drei flatternde Putten bilden den Abschluss der wuchtigen, etwa sieben Meter hohen Kartusche.

Rund 3.000 Bildwerke schmückten einst das Schloss. Nur Trümmer blieben, als es gesprengt war. Finanziert durch Spenden wird jetzt seine Fassade rekonstruiert. Experten haben an Hand von historischen Fotos die einzelnen Elemente neu gezeichnet. Nun arbeiten in vielen kleinen und großen Werkstätten Handwerker und Künstler daran, diese Bilder in Skulpturen zu übersetzen. Zunächst in kleineren Maßstäben, dann in Originalgröße wurde die Skulptur in Ton modelliert, mit Hilfe von Silikon abgeformt und in Gips gegossen. Bildhauer wählen nun den passenden Sandstein aus, um auf der Grundlage von diesen Modellen die neuen Originale zu hauen.

Wir begleiten seit 2012 die Arbeiten an dieser Eckkartusche. Unser Ziel ist es, ihre sechsjährige Entstehung in allen wichtigen Arbeitsschritten von den ersten Modellen bis hin zu ihrem künftigen Platz an der Fassade festzuhalten und die Menschen vorzustellen, die daran mitwirken.

Wir möchten zeigen, mit wie viel Erfahrung und Engagement Steinbildhauer, Architekten, Kunsthistoriker und Bauarbeiter zu Werke gehen. Und wir beschreiben, welche Techniken, Materialien und Werkzeuge zum Einsatz kommen. So werden künftige Besucher beim Anblick der Fassade nicht nur den Kopf in den Nacken legen und staunen. Sie werden auch die Leidenschaft und die Meisterschaft derer erleben, die den Putten ihre Flügel verleihen.

Der erste Teil der Fotoserie vermittelt einen Eindruck von den Arbeiten in der Steinbildhauerwerkstatt von Andreas Hoferick in Berlin-Weissensee. Hier wurden innerhalb von anderthalb Jahren alle Modelle bis zum 1:1-Gipsmodell geschaffen.